Ausbildung in der Altenpflege

Altenpfleger(in) (heute Pflegefachfrau/Pflegefachmann) ist ein Beruf mit Zukunft. Leider lässt die Würdigung und Akzeptanz in der Öffentlichkeit immer noch zu wünschen übrig. Die häufigste Reaktion, die ich erfahre, wenn es in einer Unterhaltung um meine Berufswahl geht: „Hut ab! Schön, dass Du das machst. Aber für mich wäre das nix!“. So sah ich das früher auch. Dann machte ich 2016 ein zweiwöchiges Praktikum, welches ich bereits nach der Hälfte abbrach, um schnellstmöglich die Ausbildung zum examinierten Altenpfleger zu beginnen. Mit 43 gilt es, keine Zeit zu verlieren 😉 In diesem Job hat man auch mit über 40 oder gar über 50 Jahren sehr gute Zukunftsperspektiven. Eine Arbeitslosigkeit kann im Normalfall ausgeschlossen werden und der Beruf ist vielfältig und erfüllend.

Als Altenpfleger haben Sie Körper, Geist und Seele Ihrer Kunden bzw Bewohner im Blick. Sie betreuen, beraten, unterstützen und pflegen alte Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Dabei wird im Team gearbeitet – unter Einbeziehung anderer Fachkräfte wie z.B. Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten. Neben der Körperpflege, dem Anreichen von Essen oder Hilfe beim An- und Ausziehen unterstützt eine Pflegefachkraft die alten Menschen auch bei der Tagesgestaltung und stellt und verabreicht Medikamenten. Blutdruckmessen und das Versorgen von Bewohnern mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) gehört ebenso zum Aufgabengebiet eines Altenpflegers. Selbstverständlich hat man auch sehr viel mit Sterbenden zu tun und begleitet diese einfühlsam in den letzten Stunden ihres Lebens.

Zum Beruf der Pflegefachfrau bzw des Pflegefachmanns gehören natürlich auch organisatorische Tätigkeiten wie beispielsweise die Aufnahme neuer Bewohner, das Schreiben von Berichten oder die Verwaltung von Patientendaten. Der „Schreibkram“ wird heute größtenteils PC-gestützt erledigt.

Um eine Ausbildung beginnen zu können, benötigt man ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis (bei Stadt/Gemeinde zu beantragen) und muss die gesundheitliche Eignung nachweisen (kann z.B. der Hausarzt bescheinigen).

Ausbildung in der Pflege: Voraussetzungen, Ablauf, Gehalt und Perspektiven

Die Ausbildung in der Pflege gehört heute zu den sichersten und vielseitigsten Berufswegen in Deutschland. Wer gerne mit Menschen arbeitet, Verantwortung übernehmen möchte und sich einen Beruf mit langfristiger Perspektive wünscht, findet in der Pflege sehr gute Chancen. Gerade im Bereich der Altenpflege werden engagierte Fachkräfte dringend gebraucht. Gleichzeitig hat sich die Ausbildung in den vergangenen Jahren stark verändert. Viele Informationen, die noch auf älteren Webseiten kursieren, sind inzwischen überholt.

Seit 2020 gibt es in Deutschland die generalistische Pflegeausbildung. Das bedeutet: Die früher getrennten Ausbildungen in der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege wurden in einem neuen System zusammengeführt. Der reguläre Berufsabschluss lautet heute in der Regel Pflegefachfrau oder Pflegefachmann; zunehmend wird auch die Bezeichnung Pflegefachperson verwendet. Die Ausbildung qualifiziert dazu, Menschen aller Altersstufen in verschiedenen Versorgungsbereichen zu pflegen – also nicht nur in Pflegeheimen, sondern auch im Krankenhaus, im ambulanten Dienst, in der psychiatrischen Versorgung oder in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen.

Für viele Interessierte ist genau das ein großer Vorteil. Wer sich für eine Pflegeausbildung entscheidet, legt sich nicht von Anfang an auf nur einen einzigen Bereich fest. Stattdessen eröffnet der Abschluss später deutlich mehr Möglichkeiten. Auch die Anerkennung im europäischen Ausland ist einfacher geworden, denn der generalistische Abschluss wird automatisch EU-weit anerkannt.

Wie läuft die Ausbildung heute ab?

Die Ausbildung dauert in Vollzeit in der Regel drei Jahre. Sie besteht aus theoretischem Unterricht an der Pflegeschule und aus praktischen Einsätzen in verschiedenen Einrichtungen. Dazu gehören unter anderem stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser sowie weitere Versorgungsbereiche. Wer die Ausbildung nicht in Vollzeit absolvieren kann, hat in vielen Fällen auch die Möglichkeit, sie in Teilzeit zu machen. Dann kann sich die Ausbildungsdauer auf bis zu fünf Jahre verlängern.

Inhaltlich ist die Ausbildung anspruchsvoll und vielseitig. Auszubildende lernen nicht nur die klassische Unterstützung im Alltag, sondern auch fachlich komplexe Aufgaben kennen. Dazu zählen etwa die Erhebung des individuellen Pflegebedarfs, die Mitwirkung an der Organisation des Pflegeprozesses, die Beobachtung von Gesundheitszuständen, die Dokumentation, die Kommunikation mit Angehörigen und die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen. Die Ausbildung ist also deutlich breiter und professioneller aufgestellt, als viele Menschen vermuten.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Auch bei den Zugangsvoraussetzungen gibt es klare Regelungen. In der Regel wird ein mittlerer Schulabschluss oder eine erfolgreich abgeschlossene zehnjährige allgemeine Schulbildung verlangt. Ein Einstieg ist aber auch mit Hauptschulabschluss möglich, wenn zusätzlich entweder eine abgeschlossene Pflegehilfe- oder Pflegeassistenzausbildung oder eine andere mindestens zweijährige Berufsausbildung vorliegt. Damit ist die Pflegeausbildung auch für Quereinsteiger oder Menschen mit Berufswechsel sehr interessant.

Zusätzlich erwarten Ausbildungsbetriebe natürlich persönliche Eignung, Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und echtes Interesse an der Arbeit mit pflegebedürftigen Menschen. Ein Praktikum kann hilfreich sein, um den Beruf realistisch kennenzulernen. Dieser Einblick ist oft wertvoller als jede Broschüre, weil er zeigt, wie vielseitig, körperlich fordernd und menschlich intensiv die Arbeit tatsächlich ist.

Wo arbeitet man nach der Ausbildung?

Nach dem Abschluss stehen viele Wege offen. Pflegefachpersonen können in Pflegeheimen, bei ambulanten Pflegediensten, in Krankenhäusern, in der Rehabilitation, in der psychiatrischen Versorgung und in weiteren Einrichtungen arbeiten. Gerade das ist ein großer Unterschied zu älteren Ausbildungsmodellen: Der Abschluss ist nicht nur auf die klassische Altenpflege beschränkt, sondern in allen Versorgungsbereichen einsetzbar.

Wer später gezielt mit älteren Menschen arbeiten möchte, kann das selbstverständlich weiterhin tun. Gerade in der stationären Langzeitpflege und in der ambulanten Versorgung älterer Menschen bleibt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften hoch. Die Altenpflege ist also keineswegs verschwunden – sie ist heute Teil eines größeren, moderneren Ausbildungssystems.

Was verdient man in der Pflegeausbildung?

Ein großer Pluspunkt: Die Pflegeausbildung ist schulgeldfrei. Außerdem erhalten Auszubildende eine Ausbildungsvergütung. Nach Angaben des offiziellen Informationsportals zur Pflegeausbildung liegt diese im Schnitt etwa zwischen 1.200 Euro im ersten Ausbildungsjahr und 1.400 Euro im dritten Ausbildungsjahr monatlich. Im öffentlichen Dienst liegen die tariflichen Werte 2026 teils darüber: Dort werden ab Mai 2026 im Bereich TVAöD-Pflege rund 1.365,24 Euro im ersten, 1.425,30 Euro im zweiten und 1.522,03 Euro im dritten Ausbildungsjahr genannt.

Auch nach der Ausbildung sind die Verdienstmöglichkeiten deutlich besser als noch vor einigen Jahren. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das mittlere Vollzeit-Bruttoentgelt für Pflegefachleute in Deutschland aktuell bei 4.240 Euro pro Monat; das untere Quartil liegt bei 3.870 Euro, das obere bei 4.849 Euro. Die tatsächliche Vergütung hängt natürlich von Region, Träger, Tarifbindung, Berufserfahrung, Schichtdiensten und Zusatzqualifikationen ab.

Gibt es Aufstiegsmöglichkeiten?

Ja, und zwar sehr viele. Die Pflege ist längst kein Beruf ohne Perspektive mehr. Nach der Ausbildung kommen zahlreiche Weiterbildungen infrage, etwa in der Praxisanleitung, Wundversorgung, Gerontopsychiatrie, Palliativpflege oder Intensivpflege. Wer Verantwortung übernehmen möchte, kann sich in Richtung Wohnbereichsleitung, Pflegedienstleitung oder Einrichtungsleitung entwickeln. Auch ein Studium ist möglich. Neben der beruflichen Pflegeausbildung gibt es seit 2020 auch ein berufsqualifizierendes Pflegestudium, das mit einem Bachelor abschließt.

Ist die Ausbildung auch für Erwachsene oder Quereinsteiger geeignet?

Unbedingt. Gerade Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten, finden in der Pflege oft einen sinnvollen und zukunftssicheren Weg. Offizielle Stellen weisen ausdrücklich darauf hin, dass auch Umschulungen in die Pflege gefördert werden können. Wer die individuellen Voraussetzungen erfüllt, kann Unterstützung durch Arbeitsagentur oder Jobcenter erhalten. Auch dabei wird in der Regel eine Ausbildungsvergütung gezahlt.

Fazit

Die Ausbildung in der Pflege ist heute moderner, breiter und attraktiver aufgestellt als früher. Wer sich für die Arbeit mit Menschen interessiert, Verantwortungsbewusstsein mitbringt und einen Beruf mit echten Zukunftschancen sucht, findet hier sehr gute Möglichkeiten. Besonders wichtig ist aber: Die alten Begriffe und Zahlen, die man noch auf vielen Webseiten findet, passen oft nicht mehr zur aktuellen Realität. Heute führt der Weg in der Regel über die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachperson – mit guten Verdienstmöglichkeiten, vielen Einsatzfeldern und echten Entwicklungschancen.

Weiterführende Informationen

Offizielle und aktuelle Informationen zur Pflegeausbildung finden Interessierte auf dem staatlichen Informationsportal zur Pflegeausbildung. Dort gibt es Details zu Voraussetzungen, Ablauf, Vergütung, Umschulung, Pflegeschulen und Karrierewegen.

Wo kann man in der Altenpflege arbeiten?

in Altenwohn- und Pflegeheimen
bei ambulanten Altenpflege- und Altenbetreuungsdiensten
in geriatrischen Krankenhausabteilungen
in Pflege- und Rehabilitationskliniken
in Senioren – WGs oder Tagesstätten

Aufstiegsmöglichkeiten in der Altenpflege:

Praxisanleiter(in)
Wohn- oder Pflegegruppenleiter(in)
Pflegedienstleitung
Leiter(in) eines ambulanten Dienstes oder einer Sozialstation
Fachkraft in der Gerontopsychiatrie
Lehrer oder Leiter einer Altenpflege-Berufsfachschule
Pflegeberater

Was verdient man in der Altenpflege? (jeweils Tarif brutto)

im 1. Ausbildungsjahr 1365 €
im 2. Ausbildungsjahr 1425 €
im 3. Ausbildungsjahr 1522 €
als examinierte Fachkraft 3800 bis 4800 €
als Pflegehilfskraft ca. 2500 bis 3500 €

TIPP: ich rate jedem, der sich für einen Beruf in der Altenpflege interessiert, vorab z.B. durch ein Praktikum mal „hinein zu schnuppern“! Nicht jeder ist für diese Tätigkeit geeignet. Ausbildungsplätze sind reichlich vorhanden, zumal die Zahl der alten Menschen stetig wächst und deshalb jede Menge Nachwuchs gesucht wird.

Weitere Infos zur Ausbildung in der Altenpflege:

  https://www.pflegeausbildung.net/ (Webseite vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Bildquelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Aktualisiert am 30.03.2026