Was ist Demenz?

Wir werden immer älter. Alt und fit ist ja sicher etwas Wunderbares. Immer mehr alte Menschen leiden allerdings mittlerweile an Demenz. Sie vergessen sich quasi selbst… Eine Krankheit, mit der auch (vor allem) die Angehörigen umgehen müssen. Und das ist alles andere als einfach. Wenn Deine eigene Mutter Dich nicht mehr als Tochter oder Sohn wahrnimmt und sich im späten Stadium an überhaupt nichts mehr erinnert, ist das hart!

Einige Formen der Demenz sind heilbar (oder aufhaltbar), wenn sie früh genug erkannt werden. Ein bisschen vergesslich ist ja erstmal nicht schlimm und bei alten Menschen normal. Sind das aber erste Anzeichen einer Demenz, wird es kritisch. Erkrankte neigen nämlich dazu, diese fortschreitende Entwicklung aus Scham zu überspielen. Im schlimmsten Fall wird die wahre Krankheit dann erst viel zu spät als solche erkannt und eine Therapie ist unmöglich.

Einfach nur vergesslich oder schon dement?

Sehen Sie hier einen sehr interessanten Beitrag des SWR.

Das sollten Sie über Demenz wissen:

Demenz ist quasi der Oberbegriff für verschiedene Krankheiten. Sie alle haben ähnliche Symptome: der Betroffene verliert seine geistigen Funktionen. Er kann nicht mehr richig denken, sich nur schwer oder gar nicht mehr erinnern, er verliert die Orientierung und das Verknüpfen von Denkinhalten ist nicht mehr möglich. Alltägliche Aktivitäten können nicht mehr ohne Hilfe bewältigt werden. Zu diesen Krankheiten zählen wir die Alzheimer-Demenz (nach dem Entdecker Alois Alzheimer benannt), die Vaskuläre Demenz und einige weitere Demenzarten.

Alzheimer-Demenz

Bei etwa 60% aller Demenzen handelt es sich um eine Alzheimer-Demenz. Es kommt zu einem Ungleichgewicht bei der Bildung des Botenstoffs Glutamat. Dadurch sterben Nervenzellen einfach ab. Man kann die Störungen bei den Botenstoffen durch Medikamente (sogenannte Antidementiva wie bespielsweise Memantine) positiv beeinflussen.

Vaskuläre Demenz

Diese Form der Demenz entsteht aufgrund von Durchblutungsstörungen. Die Hirnleistung verschlechtert sich plötzlich und es kann zu Symptomen (Krankheitsmerkmalen) kommen, die auch beim Schlaganfall bekannt sind.

Sekundäre Demenzen

Diese Demenzart wird durch eine Grunderkrankungen verursacht, die mit der Hirnregion nichts zu tun hat. Wenn man diese Grunderkrankungen erfolgreich behandelt, bilden sich auch die Gedächtnisstörungen in den meisten Fällen zurück. Zu den Ursachen der sekundären Demenz zählen z.B. Stoffwechselstörungen, Erkrankungen der Schilddrüse oder auch Vitamin B12 – Mangel sowie Alkoholismus oder andere chronische Vergiftungen, Hirnhautentzündungen, AIDS oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankeit.

Bitte gehen Sie also umgehend (mit Ihrem Angehörigen/Bekannten) zum Arzt, wenn Sie vorgenannte Merkmale beobachten! Dafür muss sich niemand schämen!

Buchtipp zum Thema Demenz:

Das Herz wird nicht dement

Das Herz wird nicht dement

Taschenbuch – 16. Februar 2017
von Udo Baer und Gabi Schotte-Lange

Der rücksichtsvolle, warmherzige und verständliche Ratgeber für Pflegende und Angehörige.

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