Ausbildung in der Altenpflege

Altenpfleger(in) ist ein Beruf mit Zukunft. Leider lässt die Würdigung und Akzeptanz in der Öffentlichkeit immer noch zu wünschen übrig. Die häufigste Reaktion, die ich erfahre, wenn es in einer Unterhaltung um meine Berufswahl geht: „Hut ab! Schön, dass Du das machst. Aber für mich wäre das nix!“. So sah ich das früher auch. Dann machte ich ein zweiwöchiges Praktikum, welches ich bereits nach der Hälfte abbrach, um schnellstmöglich die Ausbildung zum examinierten Altenpfleger zu beginnen. Mit 43 gilt es, keine Zeit zu verlieren 😉 In diesem Job hat man auch mit über 40 oder gar über 50 Jahren sehr gute Zukunftsperspektiven. Eine Arbeitslosigkeit kann im Normalfall ausgeschlossen werden und der Beruf ist vielfältig und erfüllend.

Als Altenpfleger haben Sie Körper, Geist und Seele Ihrer Kunden bzw Bewohner im Blick. Sie betreuen, beraten, unterstützen und pflegen alte Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Dabei wird im Team gearbeitet – unter Einbeziehung anderer Fachkräfte wie z.B. Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten. Neben der Körperpflege, dem Anreichen von Essen oder Hilfe beim An- und Ausziehen unterstützt eine Pflegefachkraft die alten Menschen auch bei der Tagesgestaltung und stellt und verabreicht Medikamenten. Blutdruckmessen und das Versorgen von Bewohnern mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) gehört ebenso zum Aufgabengebiet eines Altenpflegers. Selbstverständlich hat man auch sehr viel mit Sterbenden zu tun und begleitet diese einfühlsam in den letzten Stunden ihres Lebens.

Zum Beruf des examinierten Altenpflegers gehören natürlich auch organisatorische Tätigkeiten wie beispielsweise die Aufnahme neuer Bewohner, das Schreiben von Berichten oder die Verwaltung von Patientendaten. Der „Schreibkram“ wird heute größtenteils PC-gestützt erledigt.

Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es?

Neben dem Ausbildungsberuf „Examinierte(r) Altenpfleger(in)„, bei dem zum Schluss der 3jährigen Ausbildung ein Staatsexamen absolviert werden muss, gibt es auch noch den Beruf des/der Pflegehelfers/Pflegehelferin. Die Lehre dauert hier nur 1-2 Jahre und man kann bereits mit einem Hauptschulabschluss statt einem Realschulabschluss einsteigen. Der Tätigkeitsbereich ist gegenüber dem der vorgesetzten Altenpflegefachkraft erheblich eingeschränkt. Eine Weiterbildung zur examinierten Fachkraft ist natürlich im Anschluss noch möglich.

Um eine Ausbildung beginnen zu können, benötigt man ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis (bei Stadt/Gemeinde zu beantragen) und muss die gesundheitliche Eignung nachweisen (kann z.B. der Hausarzt bescheinigen).

Wo kann man als Altenpfleger/Altenpflegerin arbeiten?

in Altenwohn- und Pflegeheimen
bei ambulanten Altenpflege- und Altenbetreuungsdiensten
in geriatrischen Krankenhausabteilungen
in Pflege- und Rehabilitationskliniken
in Senioren – WGs oder Tagesstätten

Aufstiegsmöglichkeiten als Altenpfleger/Altenpflegerin:

Praxisanleiter(in)
Wohn- oder Pflegegruppenleiter(in)
Pflegedienstleitung
Leiter(in) eines ambulanten Dienstes oder einer Sozialstation
Fachkraft in der Gerontopsychiatrie
Lehrer oder Leiter einer Altenpflege-Berufsfachschule
Pflegeberater

Was verdient man in der Altenpflege? (jeweils Tarif brutto)

im 1. Ausbildungsjahr 1060 €
im 2. Ausbildungsjahr 1126 €
im 3. Ausbildungsjahr 1233 €
als examinierte Fachkraft 2400 bis 3600 €
als Pflegehilfskraft 1600 bis 2600 €

TIPP: ich rate jedem, der sich für einen Beruf in der Altenpflege interessiert, vorab z.B. durch ein Praktikum mal „hinein zu schnuppern“! Nicht jeder ist für diese Tätigkeit geeignet. Ausbildungsplätze sind reichlich vorhanden, zumal die Zahl der alten Menschen stetig wächst und deshalb jede Menge Nachwuchs gesucht wird.

Weitere Infos zur Ausbildung in der Altenpflege:

  https://www.altenpflegeausbildung.net (Webseite vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Bildquelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Aktualisiert am 20.11.2018