Fachkräftemangel in der Altenpflege
In der nahen Zukunft wird Deutschland einen ernsthaften Pflegenotstand haben, da sich in den kommenden Jahrzehnten der Fachkräftemangel im Bereich der ambulanten und der stationären Pflege mit einer hohen Wahrscheinlichkeit noch massiv verstärken wird. Bereits im Jahr 2020 werden in Deutschland etwa 250.000 zusätzliche Pflegefachkräfte benötigt, um so den gegenwärtigen Stand der stationären und der ambulanten Pflege aufrechtzuerhalten. Es ist deutlich erkennbar, dass dieses schwerwiegende Problem samt deren Ursachen einen effektiven und effizienten Lösungsansatz mit Hilfe von geeigneten Maßnahmen dringend benötigt, um den Pflegenotstand in naher Zukunft zu verhindern.

Stand der gegenwärtigen Situation von Pflegekräften und Pflegebedürftigen

Nach der aktuellen Pflegestatistik arbeiten in Deutschland ungefähr 900.000 Menschen in der ambulanten und stationären Pflege. Hierbei sind insbesondere zwei wesentliche Aspekte zu berücksichtigen: einerseits liegt die Vollzeitäquivalente der Beschäftigung bei etwa 630.000 Menschen und andererseits zeigt diese Beschäftigungszahl im direkten Vergleich der Jahrespflegestatistiken eine deutliche Zunahme von Pflegebedürftigen. Einen weiteren Anstieg der Beschäftigungszunahme im Pflegebereich ist unter den unter gegenwärtigen Status-quo-Bedingungen kaum wahrscheinlich.

Aus demografischen Gründen wird bis zum Jahr 2020 die Beschäftigung im Pflegebereich wahrscheinlich auf ungefähr 830.000 Menschen, davon 590.000 Menschen in Vollzeit, sinken und bereits im Jahr 2030 sinkt die Beschäftigung der Pflegekräfte auf etwa 780.000 Menschen (550.000 in Vollzeit). Diese erschreckende Abnahme von Fachkräften im Pflegebereich wird nochmals verstärkt durch die stetige Zunahme von älteren und oftmals auch pflegebedürftigen Menschen. Nach aktuellen Berechnungen werden im Jahr 2030 fast 3 Millionen Senioren eine intensive Pflege von ausgebildeten Fachkräften unmittelbar benötigen; und bereits im Jahr 2050 wird sich die Zahl der pflegebedürftigen Senioren mit etwa 5,5 Millionen fast verdoppelt haben. Dieser Aspekt zeigt sehr deutlich, dass der Anstieg von älteren und pflegebedürftigen Menschen in der Bevölkerung eine Basis von ausgebildeten Pflegekräften benötigt. Jedoch sinkt das gegenwärtige Arbeitskräftepotenzial im Pflegebereich und kann daher in nahe Zukunft den erforderlichen Bedarf nach einer ordnungsgemäßen Pflege nicht mehr vollkommen befriedigen.

Problematik vom Fachkräftemangel in der Altenpflege

Die Ursachen für die Mangel an Fachkräften in der Altenpflege basiert auf zwei wesentlichen Gründen; und zwar die demografische Entwicklung in Bezug auf die Alterung der Bevölkerung und das Sinken des Arbeitskräftepotenzials im Pflegebereich.

In Deutschland ist die gegenwärtige Alterungsstruktur dadurch gekennzeichnet, dass die Bevölkerung eine immer höhere Lebenserwartung hat und aufgrund der gleichzeitig rückläufigen Geburtenraten entsteht ein stetiger Anstieg des Bevölkerungsanteils von älteren Menschen gegenüber dem Bevölkerungsanteil der jüngeren Menschen. Die hohe Lebenserwartung aufgrund der medizinischen und pflegerischen Leistungen verwirklicht auch einen Anstieg der pflegebedürftigen Menschen. Dieser Umstand, also die hohe Lebenserwartung und der Anstieg von älteren und pflegebedürftigen Menschen, ist die erste Ursache für die Problematik des Mangels von Fachkräften im Pflegebereich.

Die zweite Ursache ist das Sinken des Arbeitskräftepotenzials im Pflegebereich aus demografischen Gründen und insbesondere der beruflichen Attraktivität des Pflegeberufes in Deutschland. Wie bereits dargelegt, benötigt das Land umgehend ausgebildete Pflegekräfte zur Verhinderung des Pflegenotstandes, allerdings entscheiden sich immer weniger Jugendlichen zu einer Ausbildung im Pflegebereich. Diese Entscheidung basiert einerseits auf der harten seelischen und körperlichen Arbeit und andererseits auf der sehr geringen Entlohnung, die oftmals auf dem gesetzlichen Mindestlohn beruht. Zudem bekommt der Pflegeberuf nicht den erforderlichen Respekt und die gewünschte Achtung in der Gesellschaft. Diese drei wesentlichen Aspekte begründen eine Ablehnung hinsichtlich der Ausbildung und der Ausübung des Pflegeberufes für die stationäre oder ambulante Pflege.

Lösungsansätze für den Mangel an Fachkräften in der Altenpflege

Der Lösungsansatz basiert auf der Ursachenklärung der zwei wesentlichen Gründe für den Mangel an Fachkräften in der Pflege. Daher besteht die Notwendigkeit eines Lösungsansatzes in Bezug auf die demografische Entwicklung und die gesellschaftliche Stellung des Pflegeberufs in der Gesellschaft. Eine Lösung hinsichtlich der demografischen Entwicklung ist nicht möglich, dementsprechend muss der Lösungsansatz die gesellschaftliche und insbesondere die berufliche Position des Pflegeberufes unmittelbar verbessern. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung wichtige Maßnahmen zur Verbesserung des Pflegeberufes beschlossen; und zwar

Verbesserung und Modernisierung der Pflegeausbildung in Krankenhäusern und Altenheime

Erhöhung der monatlichen Entlohnung in der stationären und der ambulanten Pflege

Verbesserung des gesamten Pflegealltags in den Krankenhäusern und den Altenheime durch mehr Freizeit und zusätzlichen Betreuungskräften aus dem Ausland

Öffentlichkeitsarbeit für ein verbessertes Berufsbild in der Gesellschaft

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