Ein großes Problem nicht nur für ausländische Pflegefachkräfte: Die Pflegedokumentation

Im neuen Arbeitsheft „AV Gesundheit und Pflege“ des Verlags Handwerk und Technik werden Pflegeanamnese, Pflegebericht und Pflegeplanung explizit und systematisch geübt. Die pflegerische Dokumentation wird in jedem Kapitel immer wieder neu aufgegriffen und Schritt für Schritt erweitert. Schüler und Lehrer hängen dabei nicht „in der Luft“, sondern können an den richtigen Stellen vorgegebene Formulierungen ergänzen. Durch verschiedene Wiederholungsübungen können sich Neulinge und Sprachlerner mit der pflegerischen Fachsprache vertraut machen, gängige Abkürzungen kennenlernen und ein Gefühl dafür entwickeln, was überhaupt dokumentiert werden soll und was nicht.

Mit zahlreichen Übungen trainieren

Das Arbeitsheft bietet jedoch nicht nur Übungen zur Pflegedokumentation, sondern greift weitere Themen auf, die gerade zu Anfang der Ausbildung eine große Rolle spielen. Beobachten und Wahrnehmen kann beispielsweise nur, wer in der Lage ist, sich zu konzentrieren. Da viele Schüler zunehmend Schwierigkeiten damit haben, sich wach und aufmerksam auf ein Thema zu fokussieren, ist dieser Problematik ein eigenes Kapitel gewidmet: Neben Lerntipps und Konzentrationsübungen sind darin einzigartige Zeichnungen von Patienten mit und ohne Hemiplegie enthalten, die detailliert aus dem Gedächtnis beschrieben werden müssen. Beim Thema Arbeitssicherheit sollen Gegenstände, die in einen Kanülenabwurf entsorgt werden müssen, detailliert nachgezeichnet werden, und sogar der Umgang mit Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wird in einer Übung trainiert. Zahlreiche Bilder tragen zum besseren Verständnis bei und helfen beim Erlernen des Fachwortschatzes.

Eröffnet wird das Arbeitsheft mit einem Kapitel zu den ABEDL. Wenn die Schüler diese bereits kennen, kann es problemlos übersprungen werden. Zwar arbeiten viele Einrichtungen mittlerweile nach dem Strukturmodell (SIS). Die Autorin hat sich dennoch bewusst dafür entschieden, auf das Strukturmodell zu verzichten und zunächst die ABEDL vorzustellen. Grund ist, dass diese für Schüler zu Beginn oder noch vor der Ausbildung wesentlich leichter fassbar sind als die abstrakteren SIS, die zu einem späteren Zeitpunkt thematisiert werden müssen. Beim Thema Pflegeplanung wurde aus pädagogischen Gründen ähnlich entschieden: Während examinierte Pflegekräfte Ziele nicht mehr explizit formulieren müssen, weil sie diese „im Kopf haben“, verfügen Schüler noch nicht über dieses Grundlagenwissen und müssen genau das zunächst lernen. Für Sprachneulinge sind die ABEDL ideal, um wichtige Verben und Vokabeln aus dem Alltag zu wiederholen und zu festigen, die im beruflichen Alltag ständig gebraucht werden (u.a. reflexive Verben wie „sich waschen“). Und nicht zuletzt kann anhand der ABEDL sehr anschaulich aufgezeigt werden, was man unter pflegerischen Aufgaben oder dem Pflegeberuf allgemein versteht, sodass Praktikanten und Auszubildende eine konkrete Vorstellung von „ihrem Wunschberuf“ bekommen können.

Eigene Defizite können ganz einfach überprüft werden

Der Aufbau des menschlichen Körpers, Biografiearbeit, Erste Hilfe, Hygiene und Bestellungen kommen in den weiteren Kapiteln des Arbeitsheftes zur Sprache. Zu guter Letzt werden Berufe im Gesundheitswesen vorgestellt. Um Schülern das Schreiben von Bewerbungen zu erleichtern, stehen zu jedem einzelnen Kapitel sogenannte Ich-Kann-Listen zum Download zur Verfügung. Lernende können damit überprüfen, was sie bereits können und wo noch Defizite bestehen und sich von den vorgeschlagenen Formulierungen inspirieren lassen.

Das Heft bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu Inhalten der pflegerischen Ausbildung und ist sowohl für Schüler mit geringen Deutschkenntnissen als auch für Deutsch sprechende Schüler geeignet. Es enthält so viel Text wie nötig, aber auch so wenig wie möglich und punktet mit zahlreichen, sorgfältig ausgewählten oder eigens angefertigten Fotos und Zeichnungen. Die ansprechende, übersichtliche Aufmachung trägt zur Motivation der Schüler bei. Das selbstständige Eintragen kurzer Textbausteine und Lösungen gibt ihnen das Gefühl, „etwas geschafft“ zu haben. Das Heft kann in der Ausbildungsvorbereitung ebenso zum Einsatz kommen wie in der dreijährigen generalistischen Ausbildung zur Pflegefachfrau/Pflegefachmann. Neben Lehrern können es beispielsweise auch Praxisanleiter als Einstieg in der Einführungswoche nutzen oder Praktikanten mit auf den Weg geben: Als Geschenk, das Interesse weckt und motiviert oder als kleines Dankeschön. Einrichtungen, die ihr Ausbildungsangebot in Schulen vorstellen möchten, können den Pflegeberuf mithilfe des Arbeitsheftes präsentieren. Sprachschulen bleibt das mühsame Zusammenstellen und Kopieren geeigneter Materialien erspart, die sowohl sprachlich als auch inhaltlich auf Pflegeberufe vorbereiten.

Sämtliche Übungen sind – in der Lehrerversion – mit Lösungen versehen (in rot), sodass auch fachfremdes Personal die Materialien im Unterricht nutzen kann. Das Arbeitsheft umfasst ca. 88 Seiten und kann einzeln oder im Klassensatz beim Verlag Handwerk & Technik oder im Fachhandel bestellt werden.

Inhaltsverzeichnis und Probeseiten finden Sie hier:
https://www.handwerk-technik.de/produktdetail-560-560/av_gesundheit_und_pflege-2834-230/

Die Version mit Lösungen finden Sie hier:
https://www.handwerk-technik.de/reihe-560-560/av_gesundheit_und_pflege-230/

Foto: geralt / pixabay.com

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