Aggressionen in der Pflege

Ein aggressives Verhalten kann in der Altenpflege oder Krankenpflege in jeder Situation wie zum Beispiel beim Waschen, Anreichen von Nahrung oder bei der Medikamenteneinnahme auftreten. In der Regel äußert es sich in Form von Drohungen, verbalen oder körperlichen Angriffen. Wenn eine Situation für die pflegende Person zu bedrohlich wird, ist es anfangs besser, etwas Abstand zu halten. Jede Pflegeperson sollte sich bei der Kranken- oder Altenpflege immer vor Verletzungen oder körperlichen Angriffen schützen.

Wie kommt es zu Aggressionen?

Aggressionen sind eine sogenannte naturgegebene Energie, die von allen Menschen dafür benötigt wird, um die eigenen Wünsche oder Interessen durchzusetzen. Je nachdem wie andere Menschen die Reaktion auffassen, wird zwischen einem normalen und aggressiven Verhalten unterschieden. Umso mehr ein Verhalten anderen Menschen schadet, umso mehr handelt es sich um Aggressionen.

Aggression bei Pflegebedürftigen

Für Aggressionen von Pflegebedürftigen kann es die unterschiedlichsten Gründe geben. Oftmals kommt es zu Konflikten beim Essen oder Waschen. Pflegebedürftige bekommen häufig mit, wenn der Tag des Pflegers stressig ist oder das Verhalten ist die Nebenwirkung eines Medikaments, dass täglich eingenommen werden muss. Auch bei Menschen mit Demenz kann es häufig zu Konflikten kommen. Sie fühlen sich selber mit der Situation überfordert oder missverstehen die Lage.

Um Aggressionen im Vorfeld zu vermeiden, ist vom Pflegepersonal Feingefühl gefragt. Es sollte immer je nach Fall überlegt werden, was die Unruhe oder Wut ausgelöst hat. Hat die aggressive, pflegebedürftige Person vielleicht Hunger, Schmerzen oder Angst? Oder war sie schon länger nicht mehr baden oder zur Toilette? Es sollten während der Pflege keine Dinge in der Reichweite der zu pflegenden Person gestellt werden, die zum Schlagen oder Werfen genutzt werden können. Zusätzlich sollte auf eine ruhige Bewegung geachtet werden.

Wie gehen Pflegekräfte am besten damit um

Pflegekräfte sollten sehr vorsichtig und verständnisvoll vorgehen. Für viele Betroffene ist es wichtig, dass die Selbstständigkeit unterstützt wird. Es ist immer wichtig, dass dem Pflegebedürftigen Sicherheit und Geborgenheit vermittelt wird. Die Abläufe sollten klar strukturiert werden. Erklären Sie immer was Sie gerade tun und kündigen Sie es vorher an. Das spielt besonders beim Körperkontakt eine große Rolle. Menschen mit Demenz empfinden unverständliche oder plötzliche Handgriffe als unangenehm und bedrohlich.

Aggression bei Pflegekräften

Natürlich kann es vorkommen, dass Pflegekräfte nicht immer so aufmerksam oder liebevoll den Umgang mit Pflegebedürftigen sind, wie es eigentlich der Fall sein müsste. Das kann unter anderem an einer Überforderung, privaten Problemen oder eigene gesundheitliche Einschränkungen liegen, die aufs Gemüt schlagen. Besonders Pflegekräfte, die viele Pflegebedürftige betreuen müssen, haben nicht immer die Kraft und Nerven, den ganzen Tag professionell und ruhig zu handeln.

Bevor eine Pflegekraft bemerkt, dass eine Wut in ihr aufsteigt, sollte sie lieber einige Minuten in sich gehen und sich aus der Situation herausnehmen. Einmal kurz am Fenster frische Luft schnappen oder eine Kollegin um Hilfe bitten, kann aggressive Situationen vermeiden. Auch wenn es nicht immer realistisch möglich ist, sollte bei der Arbeit immer für eine ruhige Atmosphäre gesorgt werden. Stress und Hektik sollten wenn möglich vermieden werden, denn sie sind der Hauptauslöser für Aggressionen. Durch sanfte Berührungen und leises, freundliches Zureden können auch pflegebedürftige Personen in der Regel schnell beruhigt werden.

Wie gehen Pflegekräfte am besten damit um?

Pflegekräfte, die mit ihrer täglichen Arbeit überfordert sind, sollten sich zwingend Hilfe suchen oder sich im privaten Bereich einen Ausgleich suchen, der das eigene Leben und die Gefühlslage wieder ins Gleichgewicht bringt. Durch Weiterbildungen oder Schulungen können Pflegekräfte zusätzlich darauf geschult werden, was in stressigen oder brenzligen Situationen zu tun ist. Auch wenn es manchmal sehr schwer fällt, sollten pflegende Personen immer ruhig bleiben, um die angespannte Situation wieder in den Griff bekommen. Gewalttätige Situationen sollten immer dem Vorgesetzten mitgeteilt werden.

Foto: whitfieldink / pixabay.com

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