Was muss bei der häuslichen Pflege von den Angehörigen berücksichtigt werden?

Unfälle oder Krankheiten können eine Person vom einen auf den anderen Moment zu einem Pflegefall machen, was die Angehörigen zumeist in eine schwierige Situation bringt. Denn schließlich möchte niemand einen geliebten Angehörigen einfach in ein Heim verfrachten, sondern die Person am liebsten zu Hause pflegen. Doch ist so etwas überhaupt möglich und was sollte bei der häuslichen Pflege alles beachtet werden? Die Antworten auf diese und andere Fragen erhalten Sie im Folgenden.

Die besten Tipps für die häusliche Pflege

Etwa 50 % aller Pflegebedürftigen hierzulande werden hierzulande häuslich durch ihre Angehörigen versorgt. Damit Sie genau wissen, worauf es dabei ankommt, haben wir für Sie die wichtigsten Tipps kompakt zusammengefasst.

Entscheidungen gemeinsam treffen

Häufig kündigt sich ein Pflegefall bereits lange zuvor an, sodass sich die Angehörigen sowie der Betroffene auf die veränderten Gegebenheiten einstellen können. In diesem Fall müssen eine ganze Reihe von Entscheidungen getroffen werden, die man im besten Fall gemeinsam mit der betroffenen Person entscheiden sollte, sofern dies möglich ist:

  • Wie soll die Versorgung aussehen?
  • Kann die Pflege im häuslichen Umfeld gewährleistet werden?
  • Können die Angehörigen die Betreuung übernehmen?
  • Soll die Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst gewährleistet werden?
  • Maßnahmen bei einer kurzfristigen Verschlechterung der gesundheitlichen Situation?
  • Finanzierung der Pflegemaßnahmen?

Wohnsituation der pflegebedürftigen Person festlegen

Die Frage nach der Wohnsituation ist ebenfalls eine ganz entscheidende. Dabei spielt unter anderem die Eignung des Wohnraums der pflegebedürftigen Person eine wichtige Rolle, damit diese sich ungehindert und sicher in dem eigenen Wohnraum umherbewegen kann. Zu diesem Zweck müssen häufig eine Reihe von Umbauten vorgenommen werden, um die Barrierefreiheit in sämtlichen Räumen zu gewährleisten. Durch einen Badewannensitz, der es den Angehörigen erlaubt, die pflegebedürftige Person vergleichsweise einfach zu waschen, lässt sich jede Badewanne barrierefrei umrüsten. Und sofern in dem Wohnraum eine Treppe existiert, kann die Barrierefreiheit durch einen Treppenlift gewährleistet werden.

Pflegekurse belegen

Häufig stellt die Betreuung einer pflegebedürftigen Person deren Angehörige vor eine große Herausforderung. Um diese Herausforderung zu meistern, sollten sich die Angehörigen in jedem Fall ausführlich mit bestimmten Aufgaben befassen und im besten Fall an einem Pflegekurs teilnehmen, während dem diese Inhalte vermittelt werden. Hierzu gehören insbesondere die folgenden Bereiche:

  • Beobachtung der pflegebedürftigen Person in Bezug auf Krankheiten
  • Verabreichung von Medikamenten
  • Schonende Techniken zum Heben, Tragen oder Legen
  • Grundhygiene: Körperpflege, Toilettengänge, An- und Ausziehen
  • Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
  • Hauswirtschaftliche Grundlagen

Finanzielle Hilfen und Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen

Die Pflege eines pflegebedürftigen Angehörigen ist nicht nur mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden, sondern kostet auch sehr viel Geld. Damit Angehörige die Kosten hierfür bewältigen können, existieren eine Reihe von Angeboten, durch die pflegende Angehörige finanzielle Unterstützung erhalten können.

Finanzielle Zuschüsse

Pflegende Angehörige haben die Möglichkeit, die folgenden Zuschüsse zur finanziellen Entlastung in Anspruch zu nehmen:

  • Pflegegeld: Das Pflegegeld wird von der Pflegekasse direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt und dient zur Finanzierung der Pflege durch die Angehörigen. Die Höhe des Betrags richtet sich dabei nach dem Pflegegrad der pflegebedürftigen Person.
  • Zuschuss für Umbaumaßnahmen: Umbaumaßnahmen, die nötig sind, um einen Wohnraum barrierefrei zu gestalten, werden von der Pflegekasse mit bis zu 4000 Euro bezuschusst. Der tatsächliche Betrag richtet sich dabei nach dem Umfang der jeweiligen Umbaumaßnahmen.
  • Zuschüsse für Hilfsmittel: Auch Pflegebetten, Gehilfen und andere Dinge, die einer pflegebedürftigen Person ihren Alltag vereinfachen, können auf Antrag von der Pflegekasse bezuschusst werden. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass die entsprechenden Hilfsmittel in dem Hilfsmittelkatalog aufgeführt sind, damit eine Bezuschussung oder eine Kostenübernahme möglich ist.

Foto: pixabay.com

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